Lack und Leder

Die (un)-endliche Lack-Geschichte wird weiter geschrieben. Vorgestern kam nach Wochen ein Eimer Lack an. Ich habe ihn noch nicht geöffnet, aber es sollte sich um mediterran grün metallic handeln. Aus den Farbkarten der alten Ford Prospekte hatte ich mit Hilfe verschiedener Telefonate eine Ford Farbnummer ermitteln können. Auf Basis heutiger Wasserlacke konnte diese Farbe aber nicht gemischt werden. Der bevorzugte Internet Lieferant meiner Selbsthilfewerkstatt meinte zwar, den Lack herstellen zu können, verlangte aber exorbitante Preise. Und der Autoteile-shop bei mir um die Ecke konnte das Mischrezept nicht im PC finden. Der Lieferant Mipahat nun ein neues Rezept für die Farbe entwickelt und lässt sich diese Arbeit zusätzlich zum Lack von mir bezahlen. Bis die Farbe endlich verfügbar war dauerte aber noch mehr als eine Woche.
Währenddessen habe ich die Achse weiter zusammengesetzt, damit die dann unter den frisch lackierten ehemaligen Motorraum eingebaut werden kann. Die Stabis und Lenkung sind entrostet und grundiert. Lenkung sauberNur leider dauert auch hier die Lieferung des schwarzen Basislacks für den Unterboden noch an. Nach viel Diskussion konnte ich zumindest eine kleine Menge zur Korrosionsschutz-Behandlung der gereinigten Teile am Samstag auftreiben. Heute am Sonntag können die Teile durchhärten, dann kann ich morgen mit dem Zusammensetzen fortfahren.
Den ex Motorraum dann zu Ende spachteln, schleifen und grundieren. Vielleicht schaffe ich ja Montag auch die Grundierungsvorbereitung für den Innenraum und den Kofferraum. Dann wird Dienstag, bei geringeren Umgebungstemperaturen laut Wettervorhersage, grundiert.

Montag rufe ich dann auch den Sattler mal an, ob das Leder schon fertig auf den Sitzen aufgezogen ist.

Es sieht schon wieder wie eine Achse aus

Drei Stunden wollte ich an der Achse arbeiten. Es wurden dann aber über drei Tage verteilt gut fünfzehn Stunden bis sie wieder wie eine Achse aussieht. Fertig ist die Arbeit daran aber noch lange nicht.

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Die Lager auf die Nabe zu montieren habe ich mehrfach durchgeführt. Zuerst hatte ich die neuen Bremsscheiben vergessen, danach waren diese auch noch falsch herum montiert. Jetzt kann ich diese Arbeit aber fast im Schlaf wiederholen.
Körperlich anstengend war es dann gestern, als die Dämpfer und Federn montiert werden sollten. Die neuen Federn sind deutlich straffer als die alten ausgebauten, die ich gerne weiterverkaufe. Die Federspanner waren entsprechend schwer zu bedienen. Bei Sonnenschein und wenig Wind kam ich innerhalb von Minuten in Schweiß. Fitnessstudio Autowerkstatt.
Nach mehren Stunden kräftezehrender Arbeit war die erste Feder tatsächlich eingebaut. Ohne Hilfe ging es aber nicht, denn den letzten Zentimeter musste ich per Muskelkraft drücken, damit der Stoßdämpfer auch befestigt werden konnte.
Die zweite Feder ging etwas zügiger einzusetzen, war aber ähnlich anstrengend. Feierabend und ab zur Sitzung im Umweltausschuss. Zum Glück blieb noch Zeit für eine Dusche. Und das Wissen oder die Befürchtung, dass ich den ganzen Kram wieder zerlegen muss, denn die Enden der Spiralfeder steckten nicht in der Halterung. Eine Vierteldrehung ist noch nötig. Stahl auf Stahl fest eingespannt drehen?

Heute wieder einen Federspanner angesetzt, viel Schmiermittel und geduldige überlegte Vorgehensweise. Wiederum Schweißausbrüche. Aber es hat sich gelohnt, nach etwa einer Stunde hatte ich beide Seiten in die richtige Position drehen können.

Und nun? Wie geht es weiter mit dem Einbau der Achse. Erst muss noch der Motorraum lackiert werden, aber der Lack ist wiedermal nicht angekommen. Eine schier endlose Geschichte der Lackbestellungen.

Dann also die Lenkung überarbeiten. Im Grunde sieht sie ganz gut aus. Nur viel Dreck und Rost sind zu entfernen. Auch der Torsionsstabilisator ist rostig. Für beide Teile habe ich neue Gummis zur Befestigung an der Karosse schon im Karton.
Drahtbürste, Schraubendreher, Verdünner, Rostumwandler und schon sehen die beider´n Teile wieder besser aus. Sollte morgen auch der schwarze Lack für den Unterboden da sein, dann werden Lenkung und Stabi damit verschönert und gegen Umwelteinflüsse geschützt.

Feierabend, gleich geht es noch in den Kreistag. Eine lange Sitzung ist zu befürchten.

lernen durch tun

Die Radlager habe ich nun bereits dreimal beidseitig zerlegt und wieder zusammen gebaut. Sicherlich gäbe es noch mehr Fehler, die ich ausgelassen habe. Aber nun sind die Lager neu geschmiert, neue Bremsscheiben montiert, diese dann auch richtig herum montiert und neue Bremsbeläge sind auch verbaut. Eine der Radaufhängungen ist auch schon am Querlenker befestigt.

Der Zusammenbau dauert ziemlich lange. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich dieses noch nie vorher getan hatte. Die Zerlegung ist lange her und die zwischenzeitlich gemachten Fotos nicht immer so detailliert, dass alle Fehler vermeidbar sind. Immerhin ist bisher alles logisch zu erklären und scheint auch zu funktionieren. IMG_20200619_104704

Zwischendurch konnte viel Karosserie Dichtmasse verteilt werden. Zur Abdichtung von aufeinander geklebten oder geschweißten Blechen ist dies so wichtig, dass mir das Aussehen allmählich zweitrangig erscheint. Lieber rostfrei auf Dauer, dafür dann aber nicht so schön glatt für den neuen Lack. Im Motor-, Koffer- und Innenraum ist das vertretbar.

Die Außenhaut soll dann schön glatt professionell lackiert werden.

Mittwoch geht dann der Zusammenbau weiter. Auch die Holraumkonservierung werde ich dann vorbereiten und für Donnerstag plane ich die Verteilung des Rostumwandlers in den Hohlräumen ein. Dazu brauche ich viel Folie oder Papier und Klebestreifen. Ansonsten sieht die Garage hinterher sehr schlimm aus.

Kleiner Tipp am Rande: Felgensilber aus der Dose ist trotz Klarlack Überzug nicht für die Verschönerung von Bremssätteln geeignet. Bremsflüssigkeit dient hier als exzellentes Abbeizmittel.

Achse bauen

Heute war nur wenig Zeit für die Werkstatt, denn schon Mittags musste ich wieder zu Hause sein. Ein guter Tag um mit dem Wiederaufbau der Vorderachse zu beginnen. Zum ersten Mal habe ich Buchsen eingepresst. buchse 19062020Mit viel Geduld und einer hydraulischen Presse ist das aber gut gegangen. Danach sind die Querlenker nun neu gebuchst.
Auch die Achsschenkel mit Radlager und Bremsscheibe ist fertig. Das war aber nur mit einigen Tipps durch einen versierten Automechaniker machbar.bremsscheibe 19062020 Die Puzzle Teile passten einfach zu vielfältig zusammen.
Zur Übung, zwar unbeabsichtigt, habe ich dies dann gleich zweimal machen dürfen. Beim zweiten Durchlauf ging es schon deutlich schneller. Dann war sogar die neue Bremsscheibe mit auf der Achse. Die hatte ich doch glatt vergessen.

Wer muss schon bremsen, wenn der Motor rekuperiert 😉

 

Noch mehr Löcher

Gestern habe ich voller Eifer gespachtelt, Lack bestellt und die schweißtreibende Schleifarbeit begonnen.

Heute sollte der (ehemalige) Motorraum für die Lackierung vorbereitet werden. Schau an, Rost entdeckt und auch noch zwei kleine Löcher.

Bei näherem Hinsehen und Einsatz der Drahtbürsten kam mehr zum Vorschein. Also stand der Tag im Zeichen der Kariesbehandlung. Heraustrennen, entrosten und Bleche zuschneiden.

In diesem Zusammenhang habe ich dann gleich noch Bleche für die rechte A-Säule zugeschnitten und die Reparaturbereiche entrostet. Eigentlich sind ja zwei neue A-Säulen Bleche in GB bestellt, aber die können derzeit wegen der Pandemie nicht liefern. Links benötige ich eine neue, rechts tut es auch eine Reparatur.
Ich bin mir sicher, dass es weitere Knudsen Enthusiasten gibt, die mir die Reparaturbleche abnehmen. Zwei Türbleche und eine Spritzwand habe ich auch übrig. Manchmal ist man ja froh, passende Teile zu finden, falls sie gebraucht werden. Manche braucht man dann aber doch nicht.
Zu einer langfristigen Bevorratung will ich es aber nicht kommen lassen. Alles was über ist wird weiterverkauft.

Die neue Druckbecher-Pistole für die Hohlraum-Arbeiten ist auch angekommen. Mit Glück kommt morgen die Chemie dazu und ich könnte dann die Hohlräume mit Rostumwandler vorbehandeln. Nach dem Lackieren kommt dann die Versiegelung hinein.

 

Modellieren

Die meisten Bleche sind eingebaut, nun geht es an das Modellieren der runden Formen aus Glasfaser. Danach die Herstellung der glatten Oberfläche mit Füllspachtel.IMG_20200608_145438 Eine Arbeit die ich noch gut in Erinnerung habe. Mit dem guten Druckluft Schwingschleifer geht es aber ganz flott voran. Manchmal allerdings so schnell, dass nachgespachtelt werden muss. Zwischendurch die Bremsbeläge ausbauen und die Achsschenkel und Anbauteile konservieren.

Etwas schleppend geht es bei den Ersatzteilen voran. Die aus GB kommenden Kotflügel sind scheinbar noch immer nicht auf dem Weg. Der Lackierer kann den originalen Lack nicht bestellen, weil sein Vertreter krank ist. Die Achse ist zum strahlen und verzinken und wird vermutlich erst in zwei Wochen wieder abgeholt werden können. Die neu zuIMG_20200608_170724 beziehenden Sitze sind wahrscheinlich erst Mitte Juli fertig. Genau dann werde ich aber, sofern es keine neuen Reisebeschränkungen gibt, im Urlaub sein.

Mein Terminplan, im August das Auto auf der Straße zu haben, wird immer unwahrscheinlicher einzuhalten sein.

Gleich erfahre ich, ob ein Ersatzhändler den Lack auftreiben kann, damit ich wenigstens den Innenraum und Motorraum schon lackieren kann.

Neues Heck

Ein erfolgreicher Tag, Heckschürze angebaut, darunter ein neues IMG_20200605_104052Stehblech eingesetzt. Das war das Ziel heute.
Zusätzlich auch die Heckklappe zerlegt, Beschriftung entfernt, Schloss ausgebaut und Rost weggeschliffen.IMG_20200605_114632
Und auch eine der Bremsscheiben habe ich abgebaut. Es ist gar nicht so schwer ein Radlager beim Taunus aus zu bauen. Warum man das aber machen muss um die Bremsscheibe ausbauen zu können verstehe ich nicht.IMG_20200605_124700 Der Ingenieur hat sich sicher was dabei gedacht. Das ist aber schon über 50 Jahre her.

Morgen vermutlich Pause und einen Tag im Camper verbringen. Wenns regnet werde ich aber wohl weiter basteln. Eine Bremsscheibe muss ja noch runter. Und die Spachtelmasse steht auch schon neben den Massen an Schleifpapier.

Feuerverzinken

Heute werden die Stahlteile der Achse zum Feuerverzinken gebracht. Ich hoffe, das meine Vorbehandlung, das Entrosten den Preis etwas drücken kann. IMG_20200529_144556
Dieser Betrieb öffnet sogar schon um sieben Uhr. Ein echter handwerklich arbeitendes Unternehmen also.

Leider werde ich wohl auf dem Weg keinen Bäcker finden, der schon geöffnet hat. Da wird das Frühstück dann halt später in Rendsburg stattfinden.

Danach geht es zum Sattler um die Türverkleidungen zur Überarbeitung abzugeben. Die Sitze sind ja schon dort. Vielleicht hat er ja auch noch eine Idee, wie die „Hutablage“ verschönert werden kann. Ich könnte mir vorstellen, auch dieses pappartige Formteil durch einen Leder Überzug zu verfeinern.

Ausdrücken

Noch nie zuvor habe ich Lager ausgedrückt. Heute gleich mehrere.
Das war gar nicht so kompliziert, wie ich dachte. Der Meister in der Werkstatt macht manchmal etwas zu viel Angst. Mit der hydraulischen, handbetriebenen Presse konnte genug Kraft aufgebaut werden. Nur ist es etwas schwierig, einen Achsschenkel so unter den Kolben zu bekommen, dass die Presse auch undefinedsenkrecht arbeiten kann. Aber am Ende ging es doch recht zügig.

Die Traggelenke waren genietet, so dass die Schruppscheibe des Winkelschleifers zum Einsatz kam. Danach ein schwerer Hammer und ein stabiler Austreiber. Bei den Ersatzteilen sind dann Schrauben statt Nieten dabei, das geht einfacher.undefined

Nun liegen die Querlenker und die Achse in der Garage. Vermutlich schaffe ich es Donnerstag Vormittag nach Rendsburg in den Verzinker-Fachbetrieb. Dort werden die letzten Rost und Farbreste, die meine Bürste nicht weg bekam, gestrahlt. Ich hoffe, das Ergebnis wird sich dann sehen lassen können.

Die bestellten Gummilager müssten auch bald kommen. Im Gegensatz zu den Kotflügeln und den A-Säulen Blechen sind das Lagerbestände.
Die Blech und GFK Teile sind noch nicht einmal gefertigt, obwohl schon vor drei Wochen bestellt. In GB stehen alle Räder still. Die Fabriken sind geschlossen. Wie man mir mitteilte zum Teil, weil die Transportkisten (Holz) nicht geliefert werden können. Dadurch kann nichts versandt und auch nicht nachproduziert werden.

Ich werde mir als behelfen müssen. Den Lack habe ich geordert und kann dann nach den Schweißarbeiten den Innenraum und Motorraum hübsch machen. Unterboden grundieren und lackieren.
Sobald die Vorderachse wieder drin ist wird dann die Hinterachse ausgebaut, Bremsen überholt und neue Bremsleitungen verlegt. Dann kann auch schon die Bremsanlage und die Lenkung wieder eingebaut werden.

Sobald dies der Fall ist und die Kotflügel noch immer fehlen sollten, werde ich den Wagen zu Lars schaffen um den Motor einzubauen. Das wird auch ein Spaß.

Ach ja, die Sitze sind beim Sattler und erhalten eine neue Lederhülle. Als Bonus bezieht der nette Björn auch noch die Türverkleidungen mit.