Demontage

Mein Tag war ganz schön, denn ich konnte in der warmen Sonne den Ford zerlegen. Nach nur fünf Stunden mit viel Gequatsche zwischendurch, waren Sitze und Innenverkleidung sowie Zierleisten und Fenster inklusive Dichtungen ausgebaut.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell das ging. Montag geht es an die Armaturen und den Motor. Danach sollten auch bald die Bleche zum Reparieren ankommen.
Ich hatte mich gestern richtig gefreut, einen Teilehändler für Ford Oldies in Holland zu finden. Harrie lässt regelmäßig Teile nachbauen und verkauft diese dann an Typen wie mich. Sogar neue Kotflügel werde ich wohl bekommen, sobald nach der Covid Krise das Werk wieder fertigt. Alle Bestellungen sind derzeit in der Warteschleife.
Mit den Blechen für Front- und Heckschürze, Seitenwand und Türkanten kann erst einmal weiter gewerkelt werden. Preislich halten sich diese Teile noch im angenehmen Bereich (billiger als bei vielen Neuwagen).
Der Gesamtzustand des Ford hat mich heute positiv überrascht. Nicht eine Schraube war so festgegammelt, dass sie sich nicht lösen ließe. Die Anzahl der Rostlöcher ist nur unwesentlich gestiegen. Wobei es die typischen Stellen betrifft. Dafür sind die Löcher angenehm klein.


Sogar die Scheiben sind heil ausgebaut, nur neue Dichtungen sollte ich schon noch finden, denn die alten sind schon arg porös.

Bei Sonnenschein am Oldie schrauben ohne Zeitdruck zu haben machte richtig Freude.

Frühlingsanfang – Auto holen

Isolation im VW Transporter, so haben meine Tochter und ich den Frühlingsanfang verlebt. Morgens um vier aufstehen und kurz nach fünf in Richtung Kassel zu fahren. Nach etwa 500km in sechs Stunden dann das alte Auto, meinen Taunus aufladen. Die Ersatz-Teile auf der Pritsche festbinden und den Rückweg antreten. Persönliche Kontakte zu den Verkäufern oder Verkäufern im Imbiss unterwegs kamen nicht vor. Nur einmal musste ich einen geschlossenen Raum betreten, denn die Tankstelle hatte ihre Kasse weiterhin innen. Ich denke, mehr kann man kaum isoliert sein.
Abends dann wurde der Ford in die Selbsthilfewerkstatt gebracht und wir schauten uns noch kurz den Unterboden auf der Hebebühne an. Danach zu Hause ein Abschlussbier und ab ins Bett. Der Tag war anstrengend aber schön.
Das Beste daran, ich war über 15 Stunden mit der pubertierenden Tochter auf engem Raum zusammen und wir haben nicht gestritten. Ein seltener, schöner Tag.

Montag geht es weiter, dann wird die Liste geschrieben, welche Ersatzteile zu beschaffen sind. Dann Demontage beginnen und das Entrosten vorbereiten. Danach schweißen und die Technik überholen, grundieren und spachteln, dann lackieren und fast fertig. 😉

Montag zusätzlich mit der Zulassungsbehörde die konkreten Schritte besprechen, um diesen alten Wagen aus Holland in Deutschland zulassen zu können. Die Herausforderung wird sein, dass der Motor noch getauscht werden muss.

Es geht zumindest weiter. Ich habe Zeit und die Werkstatt ist nicht weit weg.
Außerdem ist dies ein Hobby bei dem wenig Ansteckungsgefahr besteht, denn in der Werkstatt bin ich fast immer alleine.

Der Vertrag ist zurück

Gestern, nach fast zwei Wochen, kommt der Vertrag für den Kauf meines Knudsen endlich an. Jetzt habe ich eine etwas größere Sicherheit, das Auto auch bearbeiten zu können.
Leider haben sich bisher die Möglichkeiten der Restaurierung weiter eingeschränkt. Einige Optionen, die finanziell und auf Grund zusätzlicher neuer Erfahrungen, interessant gewesen wären, fallen immer mehr weg. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Mein Kumpel Hans Dieter, den ich aus Indonesienkenne, ist noch immer stark involviert und hat auch gute Vorschläge.
Meine Befürchtung wächst jedoch, dass ich wieder selber an die Blech- und Lackarbeiten gehen könnte. Das möchte ich aber nicht wirklich. Mir gefällt das warme Kellerbüro immer besser. Die Werkstatt nur noch in Ausnahmefällen. Man ändert sich halt.
Gerade heute hat mich unsere Jüngste als „alt“ bezeichnet, der die heutigen Kinder ja gar nicht mehr verstehen könnte. In einigen Punkten gebe ich ihr recht 😉

Nächste Woche werden sich meine Gedanken dann vermutlich weiter weg von Auto, lokaler Politik und Pubertät bewegen. Dienstag geht es erst einmal nach Afrika. Das Tansania Projekt steht an.

 

Das Original meiner Jugendjahre

Schön, dass noch ein altes Foto aus dem Jahr 1984 gibt. Mein Scanner und das Original-Papier-Bild haben nicht die beste Qualität. Aber die technische Qualität dieses alten Ford war auch nicht so gewaltig.mein taunus 1984.jpg

Als 17jähriger habe ich 1983 für 990,-DM einen alten Ford Taunus Fastback gekauft. Ich meine, es war ein 1973 er Modell mit 1,6l Motor und 68PS.
Eigentlich hätte ich gerne einen Mustang oder Capri gekauft, aber als Lehrling bei der Post ohne reiche Eltern war das unmöglich. Immerhin sah der Taunus ganz sportlich aus.

Technisch musste viel getan werden, denn obwohl der Wagen nur 10 Jahre alt war, war das Blech an vielen Stellen rostig oder löchrig. Auch das Getriebe hatte sich nicht mehr gut angehört und der Auspuff musste repariert werden. Manchmal blieb er auch einfach stehen, weil die Drosselklappe im Vergaser sich verklemmte. Dies war immer besonders blöd, wenn man an der Ampel oder mitten auf Kreuzungen erst die Motorhaube öffnen musste um den Luftfilter zu entfernen und die Klappe wieder gängig zu machen.
Eine erste kritische Fahrsituation gab es auch, die sich dazu führte, dass ich heute meist vorsichtig fahre. Bei Glatteis, natürlich auf alten Sommerreifen und mit drei Mitschülern im Auto legte ich auf der Hamburger Süderstraße meine erste 360 Grad Drehung hin. Zum Glück war die Gegenspur gerade frei. Der Beifahrer sagte nur “ da haste ja gut reagiert“, weil wir direkt wieder in Fahrtrichtung zum Stehen kamen.

Andere schöne Erinnerungen haben mit meiner heutigen Frau zu tun, denn der Ford brachte mich an den Wochenenden oft über die 200 km schnell zu ihr. Das Fahren per Anhalter hat sich so meist erübrigt. Nur bei technischen Pannen oder wenn das Geld am Monatsende nicht für den Sprit reichte musste ich wieder per Daumen reisen.

Der Verkauf des Ford war leider ein Desaster und kann nur als Erfahrung für das Leben verbucht werden. Der Käufer kam, als ich nicht zu Hause war. Meine Oma übergab die Schlüssel und nahm einige Dinge als Sicherheit entgegen, weil gerade kein Bargeld da war. Das Geld habe ich nie gesehen, dafür musste ich mich aber mit der Polizei auseinandersetzen, denn der Käufer hatte das Fahrzeug nicht zugelassen, nicht versichert, nicht bezahlt und musste es dann bei Bremen stehen lassen.

Na ja, das erste Auto hat Spuren hinterlassen, seitdem habe ich meist alte Fahrzeuge gehabt und repariert. Erst mein zweites Fahrzeug war übrigens ein VW Käfer. In den habe ich mich aber nie verlieben können.

Gut, Zeit zum Planen zu haben

Jetzt wo der Entschluss gefasst ist, endlich den Traum des elektro Oldie zu realisieren geht es ganz schön schnell voran. Ein Umbaupartner mit eigener Werkstatt ist gefunden. Der Meisterbetrieb will sich künftig um Kunden bemühen, die ähnliche Projekte verwirklichen wollen. Dafür stellt er Werkstatt und KnowHow zur Verfügung.
Eine Werkstatt für die groben mechanischen Arbeiten scheint auch gefunden zu sein, nur ist die weit weg und verschafft uns einen Kurzurlaub im Süden.
Der Lieferant der E-Komponenten hört sich zuversichtlich an und auch die Teilepreise sprengen das Budget nicht.
Der Taunus ist, zumindest telefonisch gekauft und wird in den nächsten Tagen abgeholt um dann zu entscheiden, welche Teile getauscht werden sollen.
Sogar einen Trailer Vermieter, der einen Sonderpreis für Langzeitmiete anbietet konnte ich auftreiben.
Auch zwei gebrauchte Fachbücher als Reparaturanleitung für alte Knudsen konnte ich auf ebay günstig ergattern.

Es geht weiter. Neueste Idee ist, eine AHK anzubauen um zB. einen Faltwohnwagen mit zu den Oldtimer Treffen ziehen zu können. Auch würde ich gerne eine E-Auto Ladesteckdose oder zumindest eine 230V Steckdose im Taunus verbauen, wie es der Sion von Sono Motors auch hat. Dann kann man auch mal einem Akkuschwachen E-Auto Starthilfe geben.

Traumverwirklichung. Ich baue ein E-Auto.

Ford Taunus Umbau Projekt

Seit Jahren möchte ich ein E-Auto bauen. Bisherige Anläufe führten bislang aber immer nur zum Kauf eines entsprechenden Fahrzeugs. Einmal stand sogar schon ein Trabi in der Werkstatt, wurde dann jedoch durch einen Tazzari ersetzt. An diesem habe ich dann erste Erfahrungen mit dessen Reparatur und danach mit den Fahreigenschaften sammeln können.
Es folgte ein Citroen-Zero, der Bruder des Mitsubishi IMIEV als sehr schönes, kleines E-Auto. Danach fuhren wir Renault Fluence und derzeit einen Renault Zero. 
Nebenbei immer E-Bikes, speed Pedellec und Elektroroller.

Aber das eigentliche Bauen oder Umbauen eines Autos blieb bislang auf der Strecke. Meist mit der Entschuldigung, keine Zeit dafür zu haben, weil unser Resthof sehr arbeitsintensiv war. Jetzt haben wir verkauft, es steht also mehr Zeit und ein wenig Spielgeld zur Verfügung. Leider fehlt es jetzt an Platz in einer eignen Werkstatt.

Egal, es geht los und ich baue mein erstes E-Auto. Es wird ein E-Oldie, ein alter Ford Taunus. Genau der Typ Taunus, den ich als 17 Jähriger als mein erstes Auto gekauft und restauriert hatte.

Dazu passt auch ein Bericht über die aktuelle Tempolimit Diskussion. Aus Effizenzgründen wurde diese Diskussion auch in den 1980er Jahren schon geführt. Als Taunus Fahrer in dieser Zeit fand ich Tempo 120 sehr gut, denn danach stieg der Verbrauch immer über 10l/100km. Außerdem war der Motor eh nicht stark genug um schnell zu fahren.
Mit einem E-Auto merkt der Fahrer schnell, dass ab Tempo 90 der Verbrauch deutlich steigt. Dies liegt nun einmal an der Physik des Luftwiderstands.