Frühlingsanfang – Auto holen

Isolation im VW Transporter, so haben meine Tochter und ich den Frühlingsanfang verlebt. Morgens um vier aufstehen und kurz nach fünf in Richtung Kassel zu fahren. Nach etwa 500km in sechs Stunden dann das alte Auto, meinen Taunus aufladen. Die Ersatz-Teile auf der Pritsche festbinden und den Rückweg antreten. Persönliche Kontakte zu den Verkäufern oder Verkäufern im Imbiss unterwegs kamen nicht vor. Nur einmal musste ich einen geschlossenen Raum betreten, denn die Tankstelle hatte ihre Kasse weiterhin innen. Ich denke, mehr kann man kaum isoliert sein.
Abends dann wurde der Ford in die Selbsthilfewerkstatt gebracht und wir schauten uns noch kurz den Unterboden auf der Hebebühne an. Danach zu Hause ein Abschlussbier und ab ins Bett. Der Tag war anstrengend aber schön.
Das Beste daran, ich war über 15 Stunden mit der pubertierenden Tochter auf engem Raum zusammen und wir haben nicht gestritten. Ein seltener, schöner Tag.

Montag geht es weiter, dann wird die Liste geschrieben, welche Ersatzteile zu beschaffen sind. Dann Demontage beginnen und das Entrosten vorbereiten. Danach schweißen und die Technik überholen, grundieren und spachteln, dann lackieren und fast fertig. 😉

Montag zusätzlich mit der Zulassungsbehörde die konkreten Schritte besprechen, um diesen alten Wagen aus Holland in Deutschland zulassen zu können. Die Herausforderung wird sein, dass der Motor noch getauscht werden muss.

Es geht zumindest weiter. Ich habe Zeit und die Werkstatt ist nicht weit weg.
Außerdem ist dies ein Hobby bei dem wenig Ansteckungsgefahr besteht, denn in der Werkstatt bin ich fast immer alleine.

Planung läuft an

Samstag geht es (vermutlich) los. Immerhin habe ich den Abholtermin in Nordhessen für Samstag Mittag vereinbart und kann ein Zugfahrzeug plus Trailer von einem Tansania Tour Freund günstig ausleihen. Vermutlich sage ich aus zwei Gründen, denn ersten war ich gerade für längere Zeit in Afrika und da sind Planungsänderungen absolut üblich. Auch sind Zeitangaben für Termine eher etwas höfliches, aber nichts verbindliches. Einerseits eine angenehme Art zu leben, andererseits macht es die verlässliche Zusammenarbeit schwierig.
Zu Anderen muss ich natürlich die Virus Panik in Deutschland beachten. Wer weiß denn schon, ob ich am Samstag noch nach Hessen einreisen darf oder ob die Grenzen zwischen Nord- und Mitteldeutschland geschlossen werden. Außerdem könnte ich ja auch selber Husten bekommen und in häuslicher Isolation gehalten werden. Mal abwarten und Kaffee trinken.

Zumindest freue ich mich erst einmal auf den nächsten Realisierungsschritt. Eine Tagesfahrt zusammen mit der jüngsten Tochter kann sehr anstrengend sein. Es ist aber deutlich nötig einen Tag enger zusammen zu verbringen um die Stressfaktoren der Pubertät abbauen zu können. Hoffentlich geht das nicht nach hinten los und wir zanken uns nur noch mehr. Ich muss mir bezüglich des Adoleszenz-Verhaltens mehr Fatalismus angewöhnen um mit mir selber besser klar zu kommen.

Zurück zum Auto. Ich weiß schon, in welche Selbsthilfe Werkstatt es gestellt werden kann. Vermutlich habe ich auch schon einen Karosseriemeister, der die Blecharbeiten übernimmt. Auch die Technik wie Bremsen und Lager und Stoßdämpfer werde ich dort überarbeiten. Leider muss ich wohl selbst arbeiten um die Kosten zumindest ein wenig im Rahmen zu halten. Unterboden reinigen und Hohlraum versiegeln wird wieder über eine Spezialfirma erfolgen können. Leider mit 2000€ ein großer Einzelposten. Aber wenn das Auto einige Jahre durchhalten soll ist dies wohl sinnvoll.

Ein ungeklärtes Thema ist die Lackierung. Ich höre hier überall, dass kaum noch ein Lackierbetrieb diese Arbeit übernehmen mag. Die sind alle mit lukrativen Teillackierungen ausgebucht und wollen keinen Stress mit Oldtimer Liebhabern. Die Suche wird interessant, aber Ende April will ich so weit sein, dass das Auto technisch fertig ist und ich den E-Motor einbauen könnte.