Zusammenbauen dauert länger als das Zerlegen

Es war zu erwarten und es tritt ein. Die Rekonstruktion der Achse dauert deutlich länger als das Zerlegen. Obwohl manche Teile sehr schwer zu entfernen waren.

Als Memo an mich müsste ich mir für die Zukunft noch mehr Bilder vom Original machen, denn einige Zeit ging dafür verloren, dass ich nicht mehr genau wusste wie die einzelnen Teile angebaut waren. Dadurch musste ich einige Schritte mehrfach ausführen. Lernen aus Fehlern stat anständiger Dokumentation. Ein kleines Video mit den einzelnen Bildern habe ich auch erstellt.
Man sollte sich zwischendurch deutlich mehr notieren. Aber vermutlich werde ich mich an diesen Tipp auch zukünftig nicht halten.

Das Suchen nach passenden Schrauben und Bolzen hatte ich mir einfacher vorgestellt. Aber die Eisenwarenläden sind zunehmend schlechter sortiert. Wegen jeder neuen Schraube das Internet zu bemühen finde ich lästig. Da greife ich dann lieber in die Kisten mit den ausgebauten alten Bolzen und frische diese auf wenn es geht. Leider musste ich einige beim Zerlegen abschneiden oder ausbrennen. Zum Beispiel muss ich jetzt Bolzen für die Achsaufhängung beschaffen. Ich frage da gleich mal bei Harrie nach, denn der versprach mir, das die neuen Kotflügel nächste Woche endlich geliefert werden sollen.

Durch die Corona Pandemie wurde die Lieferung aus Großbritannien sehr lange verzögert. Zwar waren Kotflügel und A-Säulen Bleche schon gefertigt, aber die Speditionen konnten nicht transportieren. Es fehlten die Transportkisten, weil deren Lieferant die Fabrik geschlossen hatte.
Aber nun gibt es Hoffnung, dass ich nächste Woche die Montage der Kotflügel und damit auch der Motorhaube durchführen kann.

Vermutlich werden dabei wieder einige Probleme der Passgenauigkeit auftreten.
Danach soll dann das Windblech repariert werden. Eine vermutlich nervtötende, zeitaufwändige Arbeit.

Feuerverzinken

Heute werden die Stahlteile der Achse zum Feuerverzinken gebracht. Ich hoffe, das meine Vorbehandlung, das Entrosten den Preis etwas drücken kann. IMG_20200529_144556
Dieser Betrieb öffnet sogar schon um sieben Uhr. Ein echter handwerklich arbeitendes Unternehmen also.

Leider werde ich wohl auf dem Weg keinen Bäcker finden, der schon geöffnet hat. Da wird das Frühstück dann halt später in Rendsburg stattfinden.

Danach geht es zum Sattler um die Türverkleidungen zur Überarbeitung abzugeben. Die Sitze sind ja schon dort. Vielleicht hat er ja auch noch eine Idee, wie die „Hutablage“ verschönert werden kann. Ich könnte mir vorstellen, auch dieses pappartige Formteil durch einen Leder Überzug zu verfeinern.

Ausdrücken

Noch nie zuvor habe ich Lager ausgedrückt. Heute gleich mehrere.
Das war gar nicht so kompliziert, wie ich dachte. Der Meister in der Werkstatt macht manchmal etwas zu viel Angst. Mit der hydraulischen, handbetriebenen Presse konnte genug Kraft aufgebaut werden. Nur ist es etwas schwierig, einen Achsschenkel so unter den Kolben zu bekommen, dass die Presse auch undefinedsenkrecht arbeiten kann. Aber am Ende ging es doch recht zügig.

Die Traggelenke waren genietet, so dass die Schruppscheibe des Winkelschleifers zum Einsatz kam. Danach ein schwerer Hammer und ein stabiler Austreiber. Bei den Ersatzteilen sind dann Schrauben statt Nieten dabei, das geht einfacher.undefined

Nun liegen die Querlenker und die Achse in der Garage. Vermutlich schaffe ich es Donnerstag Vormittag nach Rendsburg in den Verzinker-Fachbetrieb. Dort werden die letzten Rost und Farbreste, die meine Bürste nicht weg bekam, gestrahlt. Ich hoffe, das Ergebnis wird sich dann sehen lassen können.

Die bestellten Gummilager müssten auch bald kommen. Im Gegensatz zu den Kotflügeln und den A-Säulen Blechen sind das Lagerbestände.
Die Blech und GFK Teile sind noch nicht einmal gefertigt, obwohl schon vor drei Wochen bestellt. In GB stehen alle Räder still. Die Fabriken sind geschlossen. Wie man mir mitteilte zum Teil, weil die Transportkisten (Holz) nicht geliefert werden können. Dadurch kann nichts versandt und auch nicht nachproduziert werden.

Ich werde mir als behelfen müssen. Den Lack habe ich geordert und kann dann nach den Schweißarbeiten den Innenraum und Motorraum hübsch machen. Unterboden grundieren und lackieren.
Sobald die Vorderachse wieder drin ist wird dann die Hinterachse ausgebaut, Bremsen überholt und neue Bremsleitungen verlegt. Dann kann auch schon die Bremsanlage und die Lenkung wieder eingebaut werden.

Sobald dies der Fall ist und die Kotflügel noch immer fehlen sollten, werde ich den Wagen zu Lars schaffen um den Motor einzubauen. Das wird auch ein Spaß.

Ach ja, die Sitze sind beim Sattler und erhalten eine neue Lederhülle. Als Bonus bezieht der nette Björn auch noch die Türverkleidungen mit.